Liberalismus in der Weimarer Republik 1918-1933

Eigentlich hätte man die Revolution von 1918 in Deutschland und ihre Folgen als wichtigen Erfolg des Liberalismus ansehen können, denn die Weimarer Reichsverfassung von 1919 trug im Prinzip ein liberales Gesicht, wurde doch der Entwurf der Verfassung von dem liberalen Staatsrechtslehrer Hugo Preuß ausgearbeitet. Jetzt endlich waren alle die verfassungs-politischen Forderungen erfüllt, die man schon 1848/49 hatte durchsetzen wollen. Politisch verlagerte sich das Gewicht 1919/20 zunächst auf die linksliberale Deutsche Demokratische Partei, die zusammen mit der SPD und dem Zentrum als „Weimarer Koalition” die ersten Jahre der neuen Republik bestimmte. Die deutsche Volkspartei (DVU) als Nachfolger der Nationalliberalen stand der neuen Republik eher skeptisch gegenüber. Erst ab 1922 beteiligte auch sie sich an der Regierung und erlangte durch Gustav Stresemann bis 1929 maßgeblich Einfluss auf die Politik der Republik.

Im gesamtpolitischen Spektrum spielten die Liberalen im Vergleich zur Rolle in den Reichsregierungen quantitativ eine geringere Rolle. Während der Weltwirtschaftskrise und der von ihr ausgelösten politischen Polarisierungen zwischen links und rechts begann der Niedergang der Liberalen. Sie wurden zwischen den extremen Positionen aufgerieben.

Bedeutsam bleibt, dass in der Zeit der Weimarer Republik viele liberale Grundsätze verwirklicht worden sind: