Liberalismus 1945-1966

Das Ende des Dritten Reichs eröffnete neue Chancen, liberale Grundpositionen zu verwirklichen. Eine Neuerung in der Geschichte des Liberalismus war der Zusammenschluss der Liberalen zu einer Partei. Wenn dieser  auch keine „unmittelbare Fortsetzung von früheren Parteien darstellte, so der damalige stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP Hermann Schäfer 1953, so war doch eine ideologische und auch personelle Kontinuität vorhanden. Nach einem gescheiterten gesamtdeutschen Einigungsversuch schlossen sich 1948 die Landes- und Zonenparteien der Westzonen und in Berlin unter dem Namen „Freie Demokratische Partei” zusammen.

Nach wie vor waren die verschiedenen liberalen Grundströmungen und Flügel, oft auch in wechselnden Zusammensetzungen, erkennbar:

Diese Konstellation verursachte immer wieder heftige innerparteiliche Auseinandersetzungen, immerhin aber keine ideologische Konkurrenz zweier liberaler Parteien mehr wie in der Weimarer Zeit. In der Mitwirkung im Parlamentarischen Rat, wo der spätere Bundespräsident Theodor Heuss als Vorsitzender der sechsköpfigen FDP-Gruppe für den Ausgleich der Gegensätze sorgte und sich maßgeblich an der Ausarbeitung der Präambel beteiligte, sahen die Liberalen zunächst ihre Hauptaufgabe.                        

Während der Koalition mit der Union verstand sich die FDP vorwiegend als Korrektiv des Koalitionspartners, wurde aber auch zunehmend zur „dritten Kraft im Parteiensystem. Doch war eine umfassende ideologische Grundlage oder gar eine Programmatik, ein eigenständiges und deutliches Profil der Liberalen zu der Zeit kaum erkennbar. Gegen Ende Zeitabschnitts stand die FDP wirtschafts- und sozialpolitisch den Unionsparteien, außen-, deutschland-, innen- und kulturpolitisch den Sozialdemokraten näher.