Entwicklung und Durchsetzung liberaler Ideen insbesondere in Großbritannien, USA, Frankreich

Liberale Ideen durchzusetzen gelang in England/Großbritannien, den Vereinigten Staatn und Frankreich viel früher als in Deutschland. Eine wichtige Rolle spielten dabei immer auch wirtschaftliche Konflikte zwischen der zumeist adeligen Führungsschicht, die ihre Vorrechte behalten möchte und dem bürgerlichen „Dritten Stand”, der wirtschaftlich und politische Freiheiten erstrebt, eine wichtige Rolle.

Der erste bedeutende Staat mit demokratisch-liberalen Grundlagen war England. Einen Ausgangspunkt bildete die „Magna Charta libertatum” von 1215. Durch diese erste „Verfassung” wurde der König wieder an das Recht gebunden. Gesetzgebungskompetenzen wurden dem Parlament, das vor allem aus Adeligen bestand, garantiert. So gelang es eine absolutistische Regierungsweise zu verhindern. In Großbritannien erzwangen das wohlhabende Bürgertum und der verbürgerlichte und gleichermaßen wirtschaftlichen Tätigkeiten zugewandte Adel allmählich mehr Rechte von der Krone für das Parlament, während auf dem europäischen Kontinent die Fürsten eine absolute Machtstellung errangen.

Höhepunkte auf diesem Weg bildeten

Langsam begann sich die Gewaltenteilung auszubilden. Durch Reformschübe, insbesondere durch verschiedene Parlaments- und Wahlrechtsreformen im 19. Jahrhundert, entwickelte sich das politische System in der Folgezeit weiter. Das Parlament gewann dabei immer mehr Rechte von der Krone. Zur Wiege des Wirtschaftsliberalismus wurde Großbritannien, durch das Werk des Nationalökonomen Adam Smith. Seiner Meinung nach war es das natürliche Interesse des Menschen, den eigenen Vorteil zu suchen. Deshalb könnten Reichtum und Fortschritt nur aus freiem Wettbewerb erwachsen. Laut Smith solle sich der Staat aus dem Wirtschaftsgeschehen heraushalten. Smith trat für bedingungslosen Freihandel ein, da Ein- und Ausfuhrverbote, sowie Zölle schädlich seien. Zur herrschenden ökonomischen Lehre des 19. Jahrhunderts wurde der freie Wirtschaftsbürger, der den Wirtschaftsliberalismus durch die politisch autonome Persönlichkeit ergänzte.

Liberale Ideen wurden in den Vereinigten Staaten erst in der Neueren Geschichte durchgesetzt. So beispielsweise am 4. Juli 1776, als sich die 13 Staaten als unabhängig erklärten. In ihrer Unabhängigkeitserklärung war eine Erklärung der Menschenrechte erhalten.

In Frankreich gelang es 1789 dem Bürgertum durch eine Revolution das absolutistische System zu beseitigen. Für die Inhalte der Französischen Revolution wurde die Losung „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” zum Symbol. Damit wurden erstmals auf dem europäischen Kontinent in einem bedeutenden Staat eine republikanische Staatsform und liberale Menschenrechte staatsrechtlich durchgesetzt. Auch über die Grenzen Frankreichs hinaus in die deutschen Territorialstaaten  wirkte dieser Sieg liberaler Ideen.